Von der Hirzer-Bergstation nach Saltaus – der gescheiterte Abstieg

Nun habe ich einige Zeit darüber nachgedacht, ob ich von unserer Schmach, über einen eigentlich simplen Abstieg von der Hirzer-Bergstation zum Campingplatz in Saltaus, der jedoch gescheitert ist, berichte. Oder sollte ich es lieber sein lassen?

Alles fing recht gut und harmlos an. Bis auf den Punkt, dass man uns verwundert ansah, dass wir nur mit recht leichtem Gepäck eine einfache Fahrt mit der Seilbahn buchten und davon redeten, vom Hirzer absteigen zu wollen. Der Grund, wie sich herausstellte, als ich die Karte im Nachhinein betrachtete, ist klar: Die Bergstation ist vom eigentlichen Hirzer noch einiges entfernt. Sie liegt bei rund 1970 m, der Gipfel des Hirzer selbst ist aber rund 800 m höher und liegt von der Bahnstation etwa 1200 m Luftlinie weiter östlich. Und wer über diesen den Abstieg nach Saltaus oder Meran wagt, bewegt sich auf anspruchsvollerem Terrain.

Abstieg von der Hirzer-Bergstation zur Mittelstation (Karte: opentopomap.org)

Naja, wen stört’s? Nach dem wir uns orientiert hatten, sind wir zunächst ein paar Meter Richtung Norden gegangen. Über eine Kuhweide, um dann den beschilderten Wanderweg in südliche Richtung Tal zu nehmen. Alsbald stießen wir auf einen Wirtschaftsweg, der uns direkt zur Bergstation eines Sesselliftes brachte. An diesem verließen wir den Weg und folgten der Wanderrute in den Wald. Unsere Route verlief anfangs etwas unterhalb dieses Wirtschaftsweges aber es dauerte nicht lange, dass man ihn aus den Augen verlor.

Nach dem wir auf eine Strecke von etwa 250 Metern rund 100 Höhenmeter verloren haben (das war der schwierigste Abschnitt der Strecke, kamen wir an eine Kreuzung. Eine Bank lud zur Rast. Ein Wegkreuz, welches offensichtlich zum Gedenken an ein paar Verstorbene genutzt – vielleicht auch extra dafür aufgestellt – wird mahnte an stilles Gedenken an die Macht der Natur und die Gefahr in den Bergen.

Nach der Rast ging es weiter. Den Wanderweg folgend. Nicht auf den Fahrwegen. Am Ende kreuzten wir den Sessellift und kamen im Weiler Wahlgut an. Zwischen den beiden Gehöften führte der Weg weiter über Bergwiesen erneut in einen Wald. Hier gab es ein paar steilere Wegabschnitte. Aber dennoch bleib der Fußweg bequem zu gehen.

Als wir aus dem Wald heraustraten waren wir oberhalb der Mittelstation der Hirzer-Bergbahn. Und hier begann das eingangs angesprochene Dilemma!

Wir hatten bis hierhin etwa ein Drittel bis die Hälfte der geplanten Wegstrecke zurückgelegt. Am Himmel wurden es zusehends dunklere Wolken so dass wir uns nicht sicherwaren: weiter unserem Ziel, zum Campingplatz wandern, folgen oder lieber abbrechen und mit der Seilbahn hinunterfahren? Unschlüssige verbrachten wir hier einige Zeit. Immer wieder in den Himmel blickend, wohl auch in der Hoffnung, dass dieser uns die Entscheidung abnimmt. Was aber nicht geschah.

Schweren Herzens haben wir uns dann entschlossen, die Wanderung hier abzubrechen du mit der Bahn wieder ins Passeiertal hinabzufahren. Wie sich herausstellen sollte, war es eine Fehlentscheidung. Denn das Wetter hielt sich. Kein Regen. Kein Gewitter. Es blieb zwar bewölkt, aber so, dass wir den weiteren Abstieg hätten machen können. Nun gut, was in dem Jahr 2020 nicht passierte, können wir ja späte nachholen. Schließlich muss es ja nicht der letzte Urlaub bei Meran oder im Passeiertal gewesen sein.

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