Zelt, Caravan, Wohnmobil – womit am Besten Campen?

Wer ins Camping einsteigen will steht vor der Frage: Zelt, Caravan, Wohnmobil? Was nimmt man? Womit reist man?
Diese Frage kann man nur individuell beantworten. Dennoch wollen wir Dir hier eine kleine Hilfe geben. Natürlich nicht unbedingt objektiv, da wir selbst ja eine Entscheidung getroffen haben….

Wir selbst haben uns damals, vor ein paar Jahren, genau an dieser Stelle der Entscheidungsfindung befunden. Eine Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben und entsprechend dauerte. Und zwar Jahre!
So lange muss es natürlich nicht bei Dir dauern. Vielleicht beschleunigen wir ja die Entscheidungsfindung.

Es gibt zum Camping diese drei Varianten: Zelt, Caravan, Wohnmobil. Sie unterscheiden sich zunächst einmal im Preis. Aber auch im Comfort, der Flexibilität und dem Aufwand gibt es einige Unterschiede. Sie sind nicht zu vernachlässigen.

Zelt

Ein Zelt ist in der Regel die günstigste Campingvariante. Zelte bekommt man schon für wenige hundert Euro.

Die Zelte gibt es in bekanntlich in verschiedenen Größen und Formen, vom 1-Mann-Zelt bis über das Familienzelt zum ‚Großraumzelt‘, was man vom Roten Kreuz oder von der Dienstzeit bei der Bundeswehr kennt, gibt es fast jede Größe.

Bei unseren Überlegungen kamen wir recht schnell auf ein 6-Mann-Zelt mit 3 Innenzelten (Kabinen zum Einhängen). Hintergedanke war hier die Ordnung im Zelt. In der einen Kabine hätten wir Erwachsenen geschlafen, in der 2. die Kinder. Die 3 Kabine wäre dann der Schrank, also Aufbewahrungsraum für alles Mögliche, geworden. Dieses Zelt hätte dann noch einen Wohnraum gehabt und ein Vorzelt, damit man draußen sich Sonnen geschützt aufhalten kann.

Vorteil eines Zeltes liegt auf jeden Fall im Platzbedarf. Da es lediglich aus Stoff, Zeltstangen und Abstandseilen bestehen, nimmt es zusammengelegt wenig Platz ein. Also leichtes Aufbewahren im Keller oder auf dem Dachboden in der Zeit, in der man nicht reist.

Auch sind sie recht schnell auf- und abgebaut. Bei manchen sollte jedoch vorher schon einmal geübt haben.
Dieses schnelle Aufstellen sorgt für eine hohe Flexibilität bei der Reise. Man ist wenig Standort gebunden. So dass man Touren planen kann. Auch für Festivalfans ist ein Zelt aufgrund des geringen Gewichts der Unterkunft und des geringen Platzbedarfs ideal.

Leider gibt es aber auch ziemliche Nachteile, die uns davon abbrachten, uns für ein Zelt zu entscheiden.

Zu Einen das Problem mit dem Wetter. Zelte bestehen aus Stoff. Irgendwann muss Imprägnierung erneuert werden, sonst wird das Zelt undicht. Und nass werden will man ja auch nicht werden.

Wer zeltet, der ist sehr naturnah unterwegs. Also einfach gesagt: Zelt, Isomatte, Schlafsack, kleiner Grill . Also eher was für jüngere, die keinen Komfort benötigen. Wer darauf nicht verzichten will, der schleppt dann schon erheblich mehr mit. Vom Feldbett über Campingmöbel, Kochfeld bis zur Kühlbox. Da sammelt sich einiges an, was man ins Auto kriegen muss.. Und je größer die Familie ist, je kleiner die Kinder sind (Schlauchboot, Kinderwagen, Spielwaren müssen ja auch noch mit) desto größer muss das Fahrzeug sein.

In diesem Moment geht der Vorteil des Zeltes schnell verloren.

Auch auf Campingplätzen hat man mit dem Zelt oft einen preislichen Vorteil. Jedoch sind die ausgewiesenen Zeltplätze meist ohne Wasser oder Strom. Wer diesen Luxus am Platz haben will, der verliert den Preisvorteil.

Caravan

Der Caravan – – oder auch Wohnwagen – – ist ein kleines Haus auf Rädern (Achtung: kein Tinyhaus!). Sie sind in der Regel vollausgestattet mit Nasszelle, Kochnische und Heizung etc. Je nachdem, wie viel man bereit ist, zu investieren, kann man hier diverse Sonderausstattung erhalten. Aufgeführt sei nur mal: Klimaanlage, großer Kühlschrank, Umluftheizung usw.

Beim Caravan muss man insbesondere auf 2 Dinge achten: das Gewicht und das Gewicht.
Verwirrt? Also zum Einen ist das Gewicht wichtig, welches das Zugfahrzeug ziehen kann/darf. Denn dies schränkt dich schon bei der Auswahl ein. Jedenfalls wenn Du es so machst wie wir: Der Wohnwagen wird passend zum Auto gekauft, nicht das Auto passend zum Wohnwagen.
Zum Anderen bestimmt das Eigengewicht (wenn der Caravan leer ist) und das erlaubte Zuggewicht (bzw. das zulässige Gesamtgewicht des Caravans) die Zuladung.

Warum letzteres wichtig ist? Dar Caravan hat ein gewisses Eigengewicht mit seiner Ausstattung. Je größer die erlaubte Zuladung ist, desto mehr von kann man während der Fahrt in dem Wohnwagen verstauen. Also Campingtisch und -stühle, Vorzelt, Konserven, Kleidung, Bettzeug, Campinggeschirr etc. Begrenzt wird dann das Ganze vom Auto und die dort vorgegebene Masse des Anhängers.

Leider sind viele Caravane recht schwer. Deswegen haben viele Camper relativ große, bzw. leistungsfähige, Zugfahrzeuge. Wer es so macht wie wir, den Caravan nach der Zugmaschine zu kaufen, sucht ggf. eine Weile nach dem passenden Wohnwagen. (in unserem Fall blieben zwei Marken übrig, die leicht waren und mit einer ausreichenden Zuladung vom Fahrzeug gezogen werden konnten)

Die Zuladung ist auch ein wichtiger Aspekt hinsichtlich der Fahrt. Gelegentlich kommt es vor, dass Gespanne kontrolliert werden. Wird das Gesamtgewicht des Hänger überschritten, wird’s nicht nur teuer, man muss auch umladen bzw. abladen. Letzteres ist dann recht unangenehm, sollte man Gepäck zurücklassen müssen.

Wer mit einem Caravan unterwegs ist, nimmt schon mal etwas ‚Luxus‘ in den Urlaub mit. Gleichzeitig ist er relativ ortsgebunden, was das Reiseziel betrifft. Roadtrips erfolgen mit einem Caravan eher weniger. Dafür ist Ankuppeln, Abkuppeln, Stützen ausfahren und einfahren etwas zu mühselig. Und mit dem Caravan muss man – auch wenn er eigentlich autark ist – in der Regel auf Campingplätze.
Am Urlaubsort dagegen ist man flexibel, denn nach dem Abkoppeln des Wohnwagens steht einem das Auto wie gewohnt zur Verfügung (Wenn man nicht die Fahrräder nimmt, was besser wäre). Hier gewinnt man die Freiheit insbesondere für Sightseeing und Shopping gegenüber dem Wohnmobil.

Schwierig sind oft längere Strecken, bei denen man mehrere Tage unterwegs ist. Nicht jeder Wohnwagen ist voll autark. D. h. viele brauchen neben Wasser auch einen Stromanschluss. Das kann dazu führen, dass bei langen Fahrten Campingplätze für Übernachtungen angefahren werden müssen. Somit entsteht ein gewisser Planungsaufwand.

Wer sich für einen Caravan entscheidet, wird auch merken, dass in Deutschland etliche Tagesstellplätze bis zu 24 Stunden gibt, die aber eigentlich nur Wohnmobilen zu Verfügung stehen. Gerade diese Plätze wären jedoch für die Übernachtung ideal. Nur wer sich dazustellt macht dies illegal.

Einen guten werksneuen Caravan bekommt man schon zum Preis eines günstigen Kleinwagen. Je größer das Modell und / oder anspruchsvoller man hinsichtlich dem Luxus ist, desto teurer werden die Wagen. Sie bleiben jedoch recht erschwinglich.

Ach ja, eines sollte man noch bedenken: Nicht jeder Caravan passt auf jeden Campingplatz. So sind die Parzellen z. B. in Italien recht klein. Für große 8-Meter-Wohnwagen gibt’s da nicht unbedingt viele Stellplätze. Auch sind dort die Fahrwege oft sehr eng, so dass man mit langen Gespannen Schwierigkeiten beim Rangieren bekommt.

Wohnmobil

Die Freiheit muss grenzenlos sein. Jedenfalls, wenn man sich auf den Camping-Blogs umsieht. Roadtrips über Roadtrips, Fotos vom Wohnmobil am Strand, in den Bergen, am See, im Wald etc.
Ja, wer sich für ein Wohnmobil entscheidet, entscheidet sich für Urlaub auf Achse. Denn für heute hier und morgen da, ist dieser Camper-Typ super geeignet.

Sollte man jedoch feste Reiseziele haben und 2 Wochen an der gleichen Stelle verbleiben wollen, verliert das Wohnmobil schnell an Reiz. Jedes Mal, wenn man sich motorisiert (ich rede hier nicht vom eBike!) vom Campingplatz weg bewegen will, muss man alles zusammenpacken und bei Rückkehr wieder ausräumen. Auf die Dauer lästig. Daher sieht man häufiger Wohnmobile mit Autotransportanhängern. Große Wohnmobile aus der oberen Preisklasse haben manchmal Garagen für Kleinstwagen.

Wohnmobile sind teuer. Die Preise fangen bei einem Mittelklasse-Pkw an und gehen bis in die Regionen von Einfamilienhäusern. Nach oben ist da so gut wie keine Grenze gesetzt. Hinzu kommen dann noch die Steuern und Versicherungen, welche deutlich über einem Caravan liegen, da es sich ja um eigenständige Kraftfahrzeuge handelt.

Auch bei der Führerschein-Klasse muss man aufpassen. Es gibt auch schon kleinere Wohnmobile, für die der C-Schein gebraucht wird.

Vorteil im Wohnmobil-Markt liegt auch in der Flexibilität der Fahrzeugverwendung. Immer wieder sieht man alte Armeefahrzeuge, alten Transporter oder gar Linien-/Reisebusse die von handwerklich begabten Personen zu Wohnmobilen umgebaut wurden. Man ist also hier nicht gezwungen, von Wohnmobil Herstellern zu kaufen, man kann sich das Fahrzeug auch selbst ausbauen.

Wer it einem Wohnmobil unterwegs ist kann ohne Campingplätzen auskommen. Nicht selten kann man sich frei hinstellen (aber bitte vorher abklären, welche Beschränkungen es hinsichtlich „Wildcamping“ in der Region gibt) oder auf Tagesstellplätze zurückgreifen. Solche befinden sich in Deutschland oft in der Nähe von Seen und Erholungsgebieten oder in kommunalen Industriegebieten.

„Sonderformen“

Es gibt ein paar Mischformen, die verschiedene Vorteile der drei oben genannten Gruppen bieten, jedoch dafür andere Nachteile haben. Aufführen wollen wir hier

  • Dachzelte, die auf das Fahrzeugdach montiert werden.
  • Lösungen für Großraum-PKW (Vans, Caddyklasse), die denen man an die geöffnete Heckklappe oder Seitentür mit ein paar Handgriffen ein Zelt anbaut.
  • Zeltanhänger, bei denen das das Zelt fest auf den Anhänger montiert ist und das am Standort „aufgeklappt“ wird.

Usw.

Fazit

Ganz ehrlich: Wir können nicht sagen, ob Zelt, Caravan oder Wohnmobil das sinnvollste für Dich ist. Dies musst Du selbst herausfinden. Aber bevor Du in irgendetwas investierst, überlege Dir, was du im Urlaub machen willst. Und frage Dich, wie viel Komfort Du im Urlaub haben willst. Davon hängt es ab, was Du brauchst.

Wir hoffen, dass wir bei der Entscheidungsfindung etwas helfen konnten.

Übrigens: Wie anfangs schon angesprochen. Wir haben mehrere Jahre für die Entscheidung gebraucht. Sie beinhaltete Messebesuche, Besichtigungen bei Händlern. Spaziergänge über Campingplätze. Letztendlich sind wir dann bei einem Weinsberg-Caravan gelandet, der für unsere Ansprüche die beste Raumaufteilung hatte, Zuladung von rund 500 kg ermöglichte und maximale Gesamtgewicht 1300 kg nicht überstieg.

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