Alle guten Dinge sind Drei! Oder: Wie wir dazu kamen, auf den Hochfelln zu fahren

Man hat Urlaub. Man verbringt ihn in den Alpen. Das Wetter ist schön. Was liegt da näher, als ein Ausflug auf einen Berg?

Also überlegen, welchen man nimmt. Sich einen potentiellen aussuchen und informieren. Website suchen und lesen, ja sogar anrufen und die mehrminütige Informationsbandansage über sich ergehen lassen.

Im Anschluss sich dick einkleiden, denn wir haben ja Winter und da oben im Schnee könnte es halt werden. Ins Auto steigen und von Inzell die B305 und B21 zum Predigtstuhl fahren. Dort, an der Talstation einen kostenfreien Parkplatz gefunden, fehlen wir zur selbigen. Nur um dort einen Zettel an der Tür vorzufinden, dass heute aufgrund einer „geschlossenen Gesellschaft“ niemand anders als Mitglieder dieser hinaufgebracht wird.

Natürlich brachten wir unseren Unmut zum Ausdruck. Wieso steht auf der Website, dass die Bahn fahren würde? Warum gibt es bei der Bandansage keine Info, dass kein Publikumsverkehr stattfindet? Als Antwort bekamen wir, dass sie ja auch führe, was wir ja an der davonschwebenden Gondel sehen konnten.

So etwas in Zeiten des Internets! Kein Hinweis auf der Website, keine Info bei der Bandansage. Einfach nur unmöglich!

Der Preis ist gepfeffert, ja eigentlich unverschämt. Da ist es egal, ob man zu den laut der Website „10 spetakulärsten Seilbahnen der Welt“ gehört oder nicht. Eine Berg-und-Talfahrt zu 49 Euro im Sommer und 35 Euro im Winter ist eher Abzocke, als begründet.

Also keine Fahrt auf den Predigtstuhl. Was nun?

Wir entschlossen uns also, in den Weihnachtsferienrückreiseverkehr einzureihen und wieder über die Bundesstraße zurück nach Inzell zu fahren.

Kurz vor dem Ortsschild bogen wir jedoch nach rechts auf die Straße nach Ruhpolding und Reit im Winkel ab. An dieser Straße liegt die Talstation der Rauschberg-Seilbahn.

Aber auch hier hatten wir genauso wenig Glück, auf den Berg zu kommen. Schon an der Einmündung der Zubringerstraße prangte ein Plakat: „Heute nicht in Betrieb“!

Die zweite Pleite an diesem Tag. Das kann doch nicht wahr sein, oder? Aber in diesem Fall hatten wir uns vorher nicht näher informiert. Daher nahmen wird das hin.

Also weiter. Durch Ruhpolding hindurch, kurz danach links in eine schmale Straße eingebogen, die steil über einen Berg und durch ein paar Weiler führte, um so auf die Straße von Siegsdorf nach Bergen zu gelangen.

In Bergen dann auf den Parkplatz der nächsten Seilbahn. Den Parkplatzwärter erst einmal vor dem Zahlen gefragt, ob diese Seilbahn uns raufbringt auf den Hochfelln. Nun standen wir also an der Talstation der Bergbahn. Berg- und Talfahrt deutlich günstiger als beim Predigtstuhl; zu dem noch Rabatt über die Chiemgaucard.

Hochfelln
Blick vom Hochfelln nach Norden

Wenn die Fahrt mit der Predigtstuhlbahn spektakulär ist, was ist dann die Hochfelln-Seilbahn? Schon während der Fahrt einen Ausblick auf den gesamten Chiemsee genossen. Das Schloss Herrenchiemsee deutlich zu erkennen. In der Ferne die Oberpfalz bei Regensburg zu sehen, genauso wie den Großen Arber im Bayerischen Wald.

Nach Umstieg auf rund 1000m Höhe ging es mehrere 100 m über eine tiefe Senke und man konnte schon einen Blick in die österreichischen Alpen erhaschen.

Alpenblick vom Hochfelln u.a. Kaisergebirge
Alpenblick vom Hochfelln nach Süden. (u.a. Kaisergebirge)

Beim Verlassen der Bergstation blieb uns der Atem nahezu weg. Das Bergpanorama umwerfend. Dabei waren wir noch nicht einmal oben! Das tote Gebirge bei Bad Aussee (Österreich), der Dachstein, der Großglockner, das Kaisergebirge, die Watzmanngruppe. Nur um ein paar der bekannten Berge zu nennen. Aller erstrahlten im winterlichen Weiß.

 

Leider verblieb uns aufgrund der vorhergehenden Pleiten nur wenig Zeit auf dem Hochfelln. Zudem war es aufgrund eines anstehenden Wetterumschwungs sehr stürmisch, so dass wir bis auf ein paar Fotos und den Genuss der Aussicht, nach dem wir ein windstilleres Fleckchen gefunden hatten, nicht viel mehr unternehmen konnten.

Und dennoch beschlossen wir: Auf jeden Fall kommen wir hier im Sommer noch einmal her. Dann aber um zu wandern. Das wird bestimmt ein schöner Ausflug.

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