Haslinger Hof und Penningers Whiskyhof bei Bad Füssing

Wer im niederbayerischen Bäderdreieck seinen Urlaub oder seine Kur verlebt, weiß in der Regel, dass es hier wenig zu unternehmen gibt. Neben den Thermen in Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbaum ist hier nicht viel los. Zu den größten Attraktionen sind hier, wenn man nicht nach Passau, Burghausen, oder ins österreichische Schärding fahren will, der Hasslinger Hof und der rund 2 Kilometer von diesem entfernte Whiskyhof, ein „Penninger Schnapsmuseum“.

Haslinger Hof, Bad Füssing

Der Haslinger Hof ist eine Kombination aus Hotel und Ausflugsziel für Kurgarten der Region. Wer sich in Bad Füssing aufhält kommt bequem per Fuß dort hin. Die Ausflugs- und Vergnügungsattraktion liegt am Ortsrand von Bad Füssing.

Der Betreiber hat hier verschiedene alte Bauern- und landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude zusammengetragen und in diesen einen Eventbetrieb aufgezogen. Neben Gastronomie sowie nachmittaglichen und abendlichen Tanzveranstaltung gab es hier einst auch bäuerliches Handwerk zu bewundern, und verschiedene Produkte vom Honig bis zur Tracht zu kaufen.

Der Haslinger Hof hat seine besten Zeiten hinter sich. Noch im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts pilgerten die Gäste Bad Füssings dort hin. Auswertungen aus allen Ecken Deutschlands und Gäste die grenznah in Österreich Urlaub machten, fuhren hier hin und ließen ihr Geld in der Gastronomie, feierten abends in der Tenne und kauften sich Andenken und Mitbringsel.

Wer mit dem Auto anreist, hatte damals gerade an Wochenenden Probleme einen Parkplatz zu finden, Busse karrten Menschenmassen an. Es War hier Highlife

Keine Ahnung, was hier passiert ist. Damals haben wir hier mehrere Stunden am Stück verbracht. Uns die Tiere angesehen und die Handwerkskunst. Kleinigkeiten gekauft und etwas gegessen und getrunken. Wenn es am frühen Nachmittag schon Tanzabend, hatten wir zugesehen.

Das war aber mal. Ein großer „Neubau“, steht schon mindestens 10 Jahre am südlichen Rand des Arial beherbergt ein Bekleidungsgeschäft. verkauft wird hier Landhausmode – oder was der Touri als solche versteht — zu recht hohen Preisen. Handwerkskunst gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Auch  selbstgemachte bäuerliche Produkte (Brot, Honig, Marmelade etc) werden nicht mehr verkauft. Die Tiere wurden immer weniger, lieblos eingepfercht in verdreckte Gehege, an deren Zäunen Futterautomaten stehen, die gegen Euros eine Hand voll irgendwelcher Pellets auswerfen, mit denen Kinder versuchen die lustlos und sattgefütterte Tiere anzulocken. Jeder Streichelzoo eines Zoologischen Gartens ist für Kinder spannender.

Gastronomie und Tanz werden noch angeboten. Die Gastronomie unterteilt sich in Selbst- und bedienten Bereich. Bei der Selbstbedienung kann man sich das zusammenstellen, was seinen Vorlieben entspricht. Das meiste gibt es zum Einheitspreis. Einzelne Speisen, vor allem Süßspeisen (Kuchen, Germknödel etc) weichen von diesem ab. Aber Achtung: bei dem Einheitspreis handelt es sich um einen für 100g! Man ist hier schnell pro Portion über 20 Euro los, hat aber nicht viel auf dem Teller und noch kein Getränk dabei.

Für Familien ist das hier definitiv nichts. Da kann der Spielplatz noch so spannend sein.

Der neue Slogan „Hier fühle ich mich wohl“ trifft leider den Nagel nicht auf den Kopf. Von Wohlfühlen sind wir von Besuch zu Besuch, von Jahr zu Jahr weiter entfernt. Ich kann mir vorstellen, dass wir beim nächsten Kurzurlaub zum ersten Mal hier nicht mehr vorbeischauen.

Penningers Whiskyhof, Kirchhof

Unweit vom Haslinger Hof befindet sich ein alter Bauernhof, in dem die Schnapsbrennerei Penninger aus dem Bayerischen Wald ein „Museum“ eingerichtet hatte. Vom vorgenannten Highlight der Region gelangt man bequem zu Fuß durch die Felder dorthin. Mit dem Auto erreicht man das „Schnapsmuseum“ in etwa 2 Minuten.

Aus diesem „Schnapsmuseum“ wurde, nach dem Penninger Rum und Whisky in das Sortiment aufgenommen hat, der „Whiskyhof“. Entsprechend umgebaut, kann man sich hier über die Whiskeyherstellung informieren. Neben ein paar Bottichen, Utensilien und Schautafeln erfolgt diese Information hauptsächlich über einen Videofilm in Dauerschleife.

Solche „Museen“ findet man in der Region viele. Es handelt sich hierbei in erster Linie um Direktvertrieb des Herstellers. Also Läden in denen Alkoholika (kein Wein oder Bier) verkauft werden. Als verkaufsfördernd wurde hier — ähnlich Weinproben — die Möglichkeit geboten, die Produkte zu kosten. Was bei den Preisen auch sinnvoll ist.

Neuerdings kostet im Kirchhamer Whiskeyhof jede Kostprobe 1 Euro. Ausgeschenkt wird 1 cl. Man kommt damit auf einen Literpreis von 100 EUR. Zum Vergleich: die Flaschen im Verkauf liegen bei um die 25 EUR pro 750 ml bzw. 1 l. Die kleinen 2cl-Flaschen liegen bei unter 2 EUR.
Die Verkostung ist also eher Wucher, zumal man nicht einmalig den Euro zahlt sondern je Kostprobe. (Interessant ist auch, dass das Geld nicht erkennbar über die Kasse vereinnahmt wurde) Darauf angesprochen, dass man das ohne den Obolus kenne, wurde vorgebracht, dass es sich hierbei um einen Ausschank handele und man daher einen Betrag fordern muss.

Durch diesen Obolus ist das Eventfeeling verloren gegangen. Es stellt sich die Frage, ob der Weg zum Whiskeyhof noch lukrativ ist. Die angebotenen Produkte kann man auch auf der Website des Herstellers oder zum Teil in gut sortierten Supermärkten zum gleichen Preis kaufen.

Fazit

Wenn man nichts bessres zu tn hat und das Wetter zu schlecht ist, um sich die größeren Orte bzw Städte (Passau, Schärding etc) der Umgebung anzusehen, dann sorgen die beiden Ziele schon für kurze Kurzweil.
Ein Ziel alleine anzusteuern lohnt sich hierbei nicht.

Der Haslinger Hof hat jedoch noch einen Pluspunkt: Wenn man sonniges und mildes Wetter hat, ist wenigstens der — nennen wir es Biergarten — dazu geeignet dieses zu genießen. Nur bei Verzehr muss man sich halt etwa in Acht nehmen. Due Getränke gehe noch vom Preis her.

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